Wunder habe ich ja schon einige erlebt – mindestens fünf und noch ein paar mehr – und gewundert hab ich mich auch schon oft. Diesmal gab es aber eines der sieben amerikanischen Wunder der Ingenieurskunst zu bestaunen. Und das haben wir getan, mit großen Augen.

Der Hoover Damm hat uns schon bei der Begrüßung beeindruckt: Sicherheitskontrolle mit Dachzeltcheck. Waren wir mal froh, dass wir das vorher nicht wussten, ich glaub, wir wären nicht hingefahren.

Die Polizisten waren sehr freundlich und daran interessiert, schnell und effizient zu sein. Beim Blick in unser Auto, meine ich aber, eine kurze Gesichtsentgleisung gesehen zu haben. Der Check bezog sich darauf, Kisten, Kabel und große Boxen zu checken, um evtl. Sprengvorhaben zu vereiteln. Also, rein vom Aufbau unseres Autos waren wir höchst verdächtig, lediglich die vielen Kinder… Naja, er hat die Autobatterien, Kabel und Euroboxen nach einem stichprobenartigen Inhaltscheck durchgehen lassen und bei den Dachzeltboxen gefühlt, ob wirklich Stoff drin ist. Marko hat souverän alle Fragen richtig beantwortet und dann durften wir weiter fahren.

Also ging es zunächst mit dem Auto über den Damm zur Parkplatzsuche. Dieser war schnell gefunden und es ging zu Fuß wieder zurück – von Nevada nach Arizona, nach Nevada, nach Arizona, nach Nevada, denn der Damm liegt genau auf der Grenze zwischen beiden Staaten.

Das Überlaufbecken von Arizona (lediglich zweimal – zuletzt 1983 – floß hier Wasser vorbei am Damm, hinab in den Fluss)

Auf den Bildern erkennt man an der hellen Farbe des Gesteins oberhalb der Wasseroberfläche den einstigen Pegelstand. Der See nimmt seit 2012 dramatisch ab, was zwischenzeitlich dazu führt, dass Campgrounds, die einst an einem Seitenarm lagen, trockengelegt sind und schließen. In weiterer Folge wird die Wasserversorgung schwierig und schlussendlich auch die Stromerzeugung. Wie dramatisch diese Entwicklung im Detail ist, haben wir aber nicht erforscht.

Neben seiner beeindruckenden Größe und Gestalt fand ich den historischen Einfluss des Damms auf die Entstehung der 50km entfernten Glücksspielmetropole Las Vegas interessant: Parallel zum Beginn der Baumaßnahmen wurde in Nevada die Aufhebung des Glücksspielverbots beschlossen. Die tausenden Damm-Bauarbeiter nutzten ihre Freizeit, um zum Vergnügen nach Las Vegas zu fahren und dem Glücksspiel nachzugehen (und vermutlich auch anderen Sünden), denn im eigens für sie errichteten Boulder City, waren sowohl Glücksspiel als auch Alkoholgenuss verboten. Die Zahl der Casinos, Bars und Hotels begann in Las Vegas fortan zu steigen. Und das tut sie bis heute, Ende offen…

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