Phoenix war für uns insbesondere ein Erlebnis der zwischenmenschlichen Art. Die Stadt selbst ist dabei sehr kurz gekommen, aber wir hatten Los Angeles im Blick und gar nicht so viel Lust, Phoenix zu erkunden.

Dafür haben wir es nach mehreren Anläufen geschafft, die sechsköpfige Tübinger Familie Ertan (Antje und Topac mit Silas, 14; Ayla, 13; Stella, 10 und Luna, 7) wiederzutreffen, die wir in Portland kennen gelernt hatten. Mit in Summe neun Kindern ist so ein Treffen, wenn Erwachsene es planen, ja ziemlich unvorhersehbar. Aber wir wagten es, hatten wir ja in Portland das Gefühl gewonnen, ganz gut zueinander zu passen. Außerdem hatte ich mich mit Luna, auf eine Dose Pfirsiche verabredet. Mit selbiger im Gepäck trafen wir uns also wieder. Im wunderbaren Music Instrument Museum in Phoenix. Was für ein tolles Museum, was für ein tolles Wiedersehen.

 

Wir verbrachten viele Stunden mit dem Lauschen musikalischer Klänge aus aller Welt, reisten durch verschiedene Kontinente, hörten über unsere Audio-Guides die Klänge vieler Instrumente und spielten selbst auf Trommeln, Gitarren, Xylophonen und anderen Instrumenten. Noch nie habe ich selbst so intensiv das Bedürfnis verspürt, endlich ein Instrument zu lernen. Doch was ist weltreisekompatibel? Gitarre…vielleicht also Gitarre…da ich nicht weiß, worauf ich mich einlasse, kann ich mich ja einfach drauf einlassen…

 

Mittags machten wir ein Parkplatzpicknick, zu dem wir all unsere Vorräte zusammenlegten und gemeinsam schmausten. Endlich Zeit, uns richtig kennenzulernen und uns auszutauschen – über Weltreisepläne, Jobs, Schule, Deutschland, Freud und Leid und vieles anderes. Die Kinder hatten sich beim gemeinsamen Musizieren schon gefunden und gingen nun die meiste Zeit ihrem Bewegungsdrang nach. Und ja, wir haben Fremde getroffen und Freunde gefunden. Was für ein Geschenk.

Für die Nacht nach dem Museumsbesuch konnten wir auch auf dem gleichen Wohnmobil-Platz stehen. Weil das Büro abends nicht mehr besetzt war, konnte uns keiner darauf hinweisen, dass wir ohne eigenes Klo da nicht stehen dürfen. Am nächsten Tag gaben sie sich dann dafür die größte Mühe, uns loszuwerden, einschließlich der Lüge, dass unser Platz für die nächste Nacht reserviert ist. Wir räumten unseren Platz also und stellten das Auto mit auf den Stellplatz der Tübinger. Livius und Valentin durften mit Silas und Ayla, die beide in Deutschland erfolgreiche Boulderer sind, in die Boulderhalle gehen und ein paar Stunden klettern. Antje und Marko begleiteten sie und wir anderen verbrachten den Tag auf dem Platz und in dessen Schwimmbad.

Am Abend landeten wir wieder einmal auf einem Walmart-Parkplatz – nicht schön, aber andererseits gut für die Reisekasse.

Phoenix wird außerdem als Hochsprung-Trainingslager unserer Kinder in die Weltreisegeschichte eingehen. Wir waren zwischendurch für eine Nacht auf einem anderen richtigen Campingplatz mit Strom, Duschen und Waschmaschinen und dieser wurde zum auserwählten Trainingsort. Ich war sehr beeindruckt, wie hoch Livius und Valentin springen können…

Am Ende unserer Tage in Phoenix teilten wir uns mit Ertans – weil man mit Freunden ja teilen soll – noch einen Magen-Darm-Virus. Das war als Abschluss nicht so gelungen, andererseits, Chaos verbindet. Und chaotisch war es dann.

In San Diego wollen wir uns um die Weihnachtszeit noch einmal treffen. Wir freuen uns sehr darauf.

6 Kommentare

  1. Hallo in die Runde,
    mal ein paar praktische Fragen: Zahlt man auf USA-Campingplätzen pro Person oder pro Stellplatz oder beides? Und wieviel so im Schnitt?
    Und gibt es auf den Supermarkt-Parkplätzen Schranken, die außerhalb der Geschäftszeiten geschlossen werden? Hier in D kommt sowas nämlich in Mode, weil inzwischen so viele Wohnmobile unterwegs sind, dass die mitunter keine regulären Stellplätze mehr finden und sich dann bei ALDI, LIDL und Co. nieder lassen.
    Grüße und gute Reise !
    Heinz

    1. Lieber Heinz,

      in den USA zahlt man primär pro Platz. Wenige Campingplätze verlangen einen Aufpreis für mehr als zwei Personen. Hauptsächlich sind das die so schon teuren KOA-Plätze, welche pro Kind 2-5 $ Aufpreis verlangen.
      Die günstigsten Plätze fangen bei 10 $ an. Privat betriebene Plätze sind teurer und natürlich in und um die Großstädte ist es ebenfalls teuer. In und um LA geht es bei 50 $ los. So als Faustregel würde ich sagen, dass wir in den Nationalparks zwischen 10 und 20 Dollar zahlen und sonst zwischen 20 und 30 Dollar.

      Das Stehen auf Supermarktplätzen ist etwas komplizierter. Generell gibt es wohl bei Walmart eine Richtlinie, dass man dort nachts stehen darf, wobei der lokale Manager das letzte Wort hat. Hinzu kommen jedoch kommunale Regelungen wie in Deutschland auch. Hier im Großraum LA ist wohl das Übernachten im Auto generell verboten. In manchen Gegenden ist es wiederum überall dort erlaubt, wo kein Verbotsschild steht.
      Generell halten wir uns meist an die iOverlander App, welche praktisch alle so Reisenden hier nutzen. Gestern lag die App allerdings falsch. Gerade als wir auf dem hochgelobten Uni-Parkplatz direkt am Strand in Santa Barbara hielten, hielt neben uns auch schon die Polizei und der wirklich freundliche Police-Officer erklärte uns, dass wir hier nicht stehen dürfen über Nacht. Nach ein wenig nettem Smalltalk empfahl er uns dann den Home-Depot-Parkplatz in der Nähe, wo wir dann auch unbehelligt übernachteten.

      Ich denke, dass diese Themen noch Raum für einen etwas größeren Beitrag bieten, welchen ich dann demnächst mal online stelle.

      LG
      Marko

      1. Hallo Marko,
        danke für die Infos!
        Wie gesagt, hier in D und überhaupt in der EU wird es immer schwieriger, weil die Caravan-Lobby den Leuten grenzenlose Freiheit verspricht, und wenn die dann mit ihren neuen Wohnmobilen los ziehen, stellen sie sehr bald fest, dass dem gar nicht so ist und dass sie auf überfüllten Parkplätzen landen oder vor geschlossenen Schranken und nicht alleine an einem blauen See auf grüner Wiese und mit Lagerfeuer 😉
        Grüße, und weiterhin gute Reise !
        Heinz

  2. Liebe Franzi,
    man darf auch echt nicht die gute alte Blockflöte unterschätzen. Sie ist reisetauglich, braucht wenig Platz, einfach zu lernen und wenn man eine gute Flöte hat, kann man wunderwunderschöne Musik damit machen! Vor allem tolle Barock-Musik gibt es für Flöten. Kannst ja mal bei Youtube nach Sopran-Blockflöte und Solo suchen :-).
    Weiterhin gute Reise euch!
    Daniela

    1. Da hast du wohl recht. Die Flöte wär auch sehr reisekompatibel. Ich denk noch mal drüber nach…
      Habt eine schöne Weihnachtszeit. Liebe Grüße nach Degerloch 🎅🏻🎄

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