Von der Bahia de Los Angeles hätte es für uns eigentlich keinen Grund gegeben, die Ostseite der Baja wieder zu verlassen. Außer, ja, außer der fehlenden Straßenverbindung… So fuhren wir wieder einmal quer rüber auf die MEX 1 und stoppten zum Wäsche waschen und Besorgungen machen für eine Nacht in Guerrero Negro, einer für hiesige Verhältnisse relativ großen Stadt auf der Westseite. Von hier konnten wir nunmehr problemlos der MEX 1 in den Osten folgen. In der Palmenoase San Ignacio standen wir noch für eine Nacht und kamen am darauffolgenden Tag an der Bahia Conception an.

Campingplatz in Guerrero Negro
Oasenstädtchen San Ignacio

Der Campingplatz “El Coyote” lag traumhaft schön in einer Bucht mit kleinen Inseln, türkisblauem Wasser und schönem Sandstrand. Unser Auto stand bei Flut ganze zwei Meter vom Meer entfernt und wie wir später noch erfahren durften, klang es bei nächtlichem Wind so, als ob wir unsere Zelte auf dem Dach eines Hausboots aufgebaut hätten. Manchmal unheimlich weil irre laut, meistens aber schön. Auch hatten wir wieder ein Palapa – eine Palmwedelhütte – das als Spiel-Koch-Wohn-Rumpel-Höhle schnell ein zusätzliches Zimmer für uns wurde.

Kochen mit Ausblick

Umgeben von einigen sehr netten und entspannten Snowbirds aus Kanada und den USA und später auch wieder in Gesellschaft unserer schweizer Freunde und Anja und Stefan aus dem Norden Deutschlands mit ihren zwei Huskys standen wir hier für acht Nächte. Eine herrliche Zeit.

Laika & Bennett

Und wieder Erwarten – wegen vornehmlich europäisch-nordamerikanischer Nachbarschaft – gab es dieser Tage ein weiteres Annähern und Herantasten an Mexiko, seine Sprache, seine Menschen, seine Farben, seine kulinarische Vielfalt. Zunächst etwas befremdlich, schnell aber Motivatoren, Spanisch zu sprechen, waren für uns die vielen einheimischen Händler, welche von früh bis spät vorbei kamen und von Grundversorgungsdingen über Teppiche bis hin zu Souvenirs alles feilboten, was der Urlauber (oder dessen daheim gebliebene Angehörige) ihrer Meinung nach braucht. Wir probierten Tamales, Empanadas, rol de canela und pan, kauften weder Teppich, noch Tischdecke oder warmen Pulli, erstanden aber schlussendlich doch noch eine handgefertigte Hängematte für unser Obst. Ich gebe zu, die brauchten wir nicht dringend aber ich schwöre, unser Obst schmeckt jetzt noch viel besser.

Zum Einkaufen fuhren wir zweimal nach Mulége, einem ebenfalls kleinen Oasen-Städtchen, mit Tante-Emma-Lädchen, Caféteria Barby mit Karottenkuchen und Internet und einer Plaza mit den schönsten Bougainvillea-Bäumen die ich bis dato gesehen habe.

von Flussquerung war auf der Karte nichts zu sehen – Marko hat die Nerven behalten und ist einfach durch gefahren

es ist schwer zu erkennen – der Hund trägt tatsächlich ein Weihnachtsmann-Kostüm

Wir genießen es sehr, in den kleineren Lebensmittelgeschäften z.B. handgefertigte Tortillas zu kaufen, neue Salsas zu probieren oder Backwaren zu testen. Bisher haben wir nur bei vermeintlicher Tomatensauce mal daneben gelangt, denn in der Dose war scharfe Paprikasauce – Marko hat sie weinend gegessen… Freiwillig! Ansonsten schmeckt uns Mexiko gut. Die Menschen sind offen und herzlich. Viele sind sehr beeindruckt von unseren cinco niños und noch viel beeindruckter von der Tatsache, dass es wirklich alles Brüder sind.

Und zusammen mit den schweizer Kindern Lenn und Layla haben die Jungs ein Projekt nach dem anderen ins Leben gerufen. Das langwierigste und lukrativste war die Errichtung einer Geschwindigkeitsbegrenzug mit Campingplatz-Mautstelle in Form einer Bodenwelle direkt neben unseren Stellplätzen. So verdient man Geld für die Reisekasse. Zum Glück hatte ich grad vorher im Reiseführer gelesen, dass Kinder in Mexiko quasi Narrenfreiheit haben. Also, entspann dich, Franzi! Direkt und ohne Umschweife haben sie auch die Händler um ein Tip (Trinkgeld) für ihre Kasse gebeten und waren stolz und glücklich mit dem Ergebnis.

Unsere kuko-Kugelbahn. Danke, Peter!
Layla gibt Bennett eine erste Fahrstunde
Lenn & Valentin

Ein absolutes Highlight unserer Zeit in El Coyote war die Mondfinsternis. Mit Zeit- und Wettergunst sahen wir kurz vorm Schlafengehen ein beeindruckendes Spektakel am sternenklaren Nachthimmel (der auch ohne Mondfinsternis jede Nacht atemberaubend war).

so dreidimensional ist der Mond nicht oft zu sehen
Mondaufgang

das Wunderwerk Pelikan

Salzwasser?!?! Schöpfen…
probieren
heimlich auskippen
schnell verschwinden

 

6 Kommentare

  1. Wow, da bekomme ich Lust aufs Reisen!! Danke für die tollen Bilder und interessanten Beiträge! Werde heute Abend beim Yoga davon schwärmen. 😉 Liebe Grüße

    1. Liebe Susanne, ich hoffe, ihr seid auch zum Yoga gekommen 😉 Grüß die Runde am Freitag! Lieber Gruß, Franzi

  2. Hallo, ihr lieben Sieben, die Bilder nach einer kleinen Pause erfreuten mich sehr. Ach wäre ich doch ein Obst in eurer neuen Hängematte…Die Jungen scheinen wirklich viel Spaß zu haben. Einer angelt und vier holen die Fische? Seid ihr schon auf der Überfahrt? Ich drücken euch ganz toll! Eure MaOmi

  3. Hallo ihr “Glorreichen 7”, der Film kommt am Montag im Fernsehen und erinnert mich an euren Trip durch Mexiko. Nach der etwas längeren Pause wieder diese herrlichen Bilder. Im Kontrast dazu schneit es bei uns gerade. Grüße aus CB und weiterhin gute Fahrt

    1. Liebe Jübos, um das Schneeschippen beneide ich dieses Jahr niemanden. Sonne und Strand sind eindeutig meine Favoriten. Lieben Dank auch von uns allen für das „Pfingsteis“! Wir werden beim Essen an euch denken und euch ein Foto schicken 😋 Liebste Grüße nach CB!

  4. Ach, was für schöne erwärmende Bilder. Da wird’s einem bei dem Schmuddelwetter schon etwas wärmer ums Herz 💓.
    Schade, dass es beamen nicht in Wirklichkeit gibt. Aber wenn ja, wäre es im Nullkommanichts bei Euch sehr voll!😀
    Fühlt Euch umarmt!!!

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