Vielleicht! Das war wohl eines unserer am häufigsten genutzten Worte in Redhouse.

Wir wussten, wir werden weiter ziehen, aber wann? Nächste Woche? Morgen? Vielleicht? Ist mit dem Auto alles geklärt? Vielleicht! Kommt ihr wieder? Vielleicht? Da ist ein Haus mit fünf Schlafzimmern zu verkaufen, wollt ihr hierbleiben? Vielleicht!

Wir hatten eine sehr glückliche Zeit in Redhouse/Port Elizabeth. Als volunteers waren wir gekommen und wurden als Handwerker, Fotografen, Zimmer’mädchen’, Rezeptionisten, Gärtner beschäftigt; als Menschen wurden wir Freunde und Nachbarn. Schlussendlich waren wir sechs Wochen da. Die Verzögerung, die unser Verschiffungs-Krimi – zu dem es einen separaten Beitrag geben soll – mit sich brachte, brachte uns erst aus dem Konzept, schenkte uns schließlich aber sehr viele schöne Tage.

Kragga Kamma Nationalpark

Nachdem wir unser Auto wieder hatten, nutzten wir unsere freien Tage, um die Umgebung zu erkunden.
So fuhren wir an einem Tag in den Kragga Kamma Nationalpark. Ein kleiner Park, den man in zwei Stunden gut durchfahren kann und in dem es ein kleines, zwei Wochen altes Nashorn geben soll. Maybe, we have luck. Vielleicht haben wir Glück.
Für unsere erste Safari-Übung war es ideal. Und was wir zu sehen bekamen war wirklich lohnenswert:

Addo Elephant Nationalpark

Gleich tagsdrauf machten wir uns frühmorgens auf den Weg, um den drittgrößten Park Südafrikas zu besuchen. Natürlich, um, wie der Name schon verrät, die Tiere zu sehen, die sich uns bisher noch nicht gezeigt hatten – die Elefanten.
Der Tag war nicht ideal, die Sonne brannte vom stahlblauen Himmel (worüber wir uns sonst ja nicht beschweren würden) und was haben die Tiere gemacht – sich im Schatten ein Plätzchen gesucht und sich zwischen Sträuchern und Bäumen vor uns versteckt. Am ersten Wasserloch hatten wir noch Glück und sahen eine Elefantenherde mit einem Baby und einem kleinen Elefanten, aber dann sahen wir viele Stunden nur leere Wasserlöcher. Zwischendurch mal einen Schakal, einige Warzenschweine und vereinzelt mal einen Elefanten-Jungbullen und ein paar Zebras und Kudus. Wir machten wieder ein Picknick im dicht verriegelten Picknick-Bereich und verließen den Park später noch kurz für ein Eis und eine kalte Limo. Als wir uns halb fünf auf den etwa 50km langen Rückweg vom Nord- zum Südtor des Parks machten, hatten wir die Hoffnung, dass die Tiere vielleicht jetzt wieder unterwegs sind, aber sie ließen auf sich warten. Erst in der letzten dreiviertel Stunde (17.45 bis 18.30 Uhr) wurden sie wieder aktiv und zeigten sich in der Abendsonne. Die Elefanten waren tatsächlich nochmal fast zum Greifen nah und auf den Wiesen tummelten sich Böcke und Zebras. Einen Schakal sahen wir in der Ferne jagen und dachten zuerst, dass wir tatsächlich einen Löwen entdeckt hätten. Das Fernglas belehrte uns jedoch eines besseren… Dennoch, der Tag war, trotz der Durststrecke zwischendurch, wirklich gelungen.

auf Safari

Eislaufen im Hochsommer – wie zuletzt in Montreal

Kaum hatten wir eines windigen Tages die “Baywest Mall” betreten, schon wussten wir, dass wir werden wiederkommen müssen. Der Grund: eine Eislaufbahn. Mitten im Sommer. Was wir nicht dabei hatten, worauf unsere erfahrenen Eislaufkinder aber bestanden, waren lange Hosen. Und so kam es, dass wir zwei Tage später wieder da waren – mit Socken, langen Hosen und Eislauf-Lust. Und weil MIttwoch war, hatten die Jungs das Eis fast die ganze Zeit für sich. Mehr als einmal haben wir dabei an die überfüllte Eisbahn auf der Stuttgarter Waldau denken müssen.

Und schließlich fragte Mark mich irgendwann, ob wir denn nun emotional so weit wären, Redhouse zu verlassen? (rein organisatorisch war es ja schon länger soweit) Ein paar Tage musste ich darüber nachdenken und in mir spüren, ob ich es bin. Und ja, der Tag kam, wo ich sagen konnte: Ja! Jetzt kann ich es mir vorstellen.

Maybe tomorrow! Vielleicht morgen!

Impressionen

Ein Kommentar

  1. Wir sehen, Eure Energie und Neugierde ist ungebrochen.
    Herzliche Grüsse aus dem Dorf mit See LAGO PUELO in Argentinien, unsere “Dritte Heimat”, wohin wir zwischen den stimmigen Camping Plätzen in diesem prachtvollen Patagonien immer wieder zurückkehren. Hier ist unsere grosse Latino Familie; hier wird sozusagen jeder Geburtstag zelebriert, im vergangenen Januar auch meiner, der zugleich das Sommerfest am See war.
    Ich war so berührt inmitten all der alten Freunde von 2017, dass ich eine Ansprache auf Deutsch hielt, die von der quirligen alten Dame Evelina vorweg auf Spanisch übersetzt wurde.
    Wir sind fleissig am Lernen dieser Sprache, ich mit Duolingo, was sehr empfehlenswert ist. Also, el “proximo discurso” soll in Spanisch sein, claro!
    Wilma mit Dan

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